AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS
Gut, zugegeben, Taugenichts mag etwas übertrieben sein. Besser treffen würde es vielleicht “Tunicht”. Denn taugen tu ich, das hoffe ich wenigstens, aber tun tu ich nichts. Jedenfalls nichts Sinnvolles…
Statt mein Gehirn anzustrengen und etwas Schlaues über soziale Ungerechtigkeit und Gewalt in God of Small Things und The Binding Vine aufs Papier zu bringen, les ich kaffeetrinkend lieber Sachen von Paul Auster (City of Glass), Ernest Hemingway (The Old Man and the Sea) und Hanif Kureishi (The Buddha of Suburbia). Oder ich lausche dem großen Rio Reiser (“Die Zeit vergeht/Und soviel bleibt im Straßenstaub”). Wahlweise gehen auch Filme. Wie zum Beispiel Wild West. Da geht’s um einen Pakistani in Großbritannien, der sich dem Country verschrieben hat. Wieder 2 Stunden weniger, in denen ich etwas Sinnvolles hätte tun können. Aber sinnvoll ist relativ. Hach.
Mein neuster Zeitvertreib: Mich den Naturgewalten aussetzen. Emma leistet ganze Arbeit. Regen, Hagel, Sonnenschein – alles in variabler Reihenfolge und stets begleitet von Orkanböen, bei denen es meinen Hund heute Morgen fast weggeweht hätte. Häääärlisch! Und es heißt doch immer, dass Sauerstoff gut fürs Gehirn ist.
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