Kylie Minogue hatte gestern Geburtstag (mittlerweile ist es Donnerstag, 1:18h). Alles Gute nachträglich, Gesundheit, blablabla, und so weiter, ist ja alles schön und gut. Aber übelst genervt bin ich, weil im Moment jeder in meinem näheren Umfeld Kylie Minogue verfallen ist. Jedenfalls scheint es so.
Nun gut, ich habe die letzten Tage versucht, mal ganz objektiv zu bleiben und herauszufinden, was denn nun an Kylie toll ist:
- Kylie Minogue ist eine starke Frau. Das muss man zugeben, auch wenn man alles andere als ein Kylie-Fan ist. Allein die Tatsache, dass sie kaum größer als 1.50 m ist und sich trotzdem nicht unterkriegen lässt, ist bewundernswert. Genauso die Sache mit dem Brustkrebs (war ja in den Medien ausgiebigst zu verfolgen). Diagnose, Tour abgebrochen (verständlicherweise), Operation, Chemotherapie und zack, eineinhalb Jahre später Tour fortgesetzt. Nicht schlecht, das soll mal einer nachmachen.
- Kylie Minogue ist eine Stilikone. Ob das jetzt ihr eigener Verdienst ist, kann ich nicht beurteilen. Wahrscheinlich hatte sie nur ein gutes Händchen und ausreichend Geld für die Leute, die ihr täglich die Haare machen, ihr die Wimpern tuschen und schicke Kleider für sie aussuchen.
- Kylie Minogue sieht mit 40 besser aus denn je. Allerdings bin ich auch hier eher skeptisch, ob das denn nun an den täglichen 5 Litern Wasser liegt oder doch eher auf einen guten Schönheitchirurgen zurückzuführen ist. Ich wage ersteres zu bezweifeln. Aber seht selbst:
Kylie in den 80ern:
Immer noch in den 80ern:
Dann in den 90ern:
Und heute:
Könnt ihr das auch sehen??? Die Braue wandert! Gehört das so? Ich glaube nicht.
Musikalisch kann ich Kylie Minogue leider auch sehr wenig abgewinnen. Klar, einen Wiedererkennungswert hat ihre Stimme natürlich, aber ihre Lieder, ihre Lieder! Austauschbar, austauschbar! Einfach nichts besonderes. Und man möchte schon fast lieber in ein Koma fallen, als zum fünfzigtrillionsten Mal “Can’t get you out of my head” zu hören. Von anderen Mitgliedern der Anti-Kylie-Fraktion musste ich mir des öfteren außerdem anhören, dass Kylie Minogue überhaupt nicht singen kann. Das stimmt allerding so nicht. Singen kann sie schon, einen großen Stimmumfang hat sie nur nicht. Was ja auch nicht schlimm ist, denn die wunderbare Sade (die, die “Smooth Operator” singt), hat auch nicht den größten Stimmumfang, weiß aber dennoch sehr wohl, wie man gute Lieder macht. Und ist zum Glück auch nicht nur auf das große Geld aus. Aber das nur am Rande. Zurück zu Kylie. Urteilt selbst über ihr Stimmvermögen:
“All I See” (in der Akkustikversion!!) ist übrigens eines der wenigen Lieder (wenn nicht das einzigste!), dass mir einigermaßen mundet. Aber leider auch nur einigermaßen. Denn der Text lässt doch sehr zu wünschen übrig… “All I see is you” heißt es da. Und “my friends wanna go out / [...] / but I got a date with my baby / [...] / gotta go, can’t make him wait / [...] / have to make sure I’m looking hot”. Was soll das denn bitte?! Hach, wieder eines dieser Mädchen, die sich selbst vergisst, weil sie einen Typen toll findet, ganz nach dessen Pfeife tanzt, dazu noch alle anderen Freunde versetzt und höchstwahrscheinlich auch noch eine furchtbare Klette ist! Und das Schlimme ist, dass der Typ sie bestimmt nur deswegen toll findet, weil sie “hot” ausschaut. Aus feministischer Sicht also ein Lied zum Wegwerfen. Aus meiner Sicht nur so halb. Die Melodie ist ja trotzdem schön. Aber ich gebe der Beziehung (wenn es denn überhaupt eine ist) aus “All I see” drei Monate. Tops.



