YOUR GREATEST ENEMY IS YOUR EGO
Letztens hab ich mich sehr angeregt mit meinem “real live actor friend in L.A.”, Jay Laisné unterhalten. Geboren in Fresno (da schämt er sich etwas für
), wohnhaft in L.A., verheiratet, drei tolle Kinder. Jay ist 17 Jahre lang durch die USA getingelt und hat Küchengeschirr verkauft. Dann, vor zwei Jahren, hat ihn sein damals 5jähriger Sohn Julian gefragt, was er denn mal werden wollte, als er noch ein Kind war. “Schauspieler”, meinte Jay. “Und warum bist du’s dann nicht?”, fragte Julian. Smart-ass kid. Vor seiner Karriere als Küchengeschirrverkäufer war Jay sogar an der UCLA Theater and Film School. Doch dann wuchs die Familie und Jay entschied sich für’s Geschirr. Aber dank Julian macht er heute wieder das, was er liebt: schauspielern.
Tolle Geschichte. Aber irgendwie hat mich das alles auch traurig gemacht. Wie viele Leute werden wohl ihre Träume aus mehr oder weniger trivialen Gründen getauscht haben gegen ein risikofreies, bequemes Leben? Muss man manche Sachen denn manchmal nicht einfach wagen? Vielleicht ist es zu früh dafür, aber ich habe mein altes Freundschaftsalbum rausgekramt. Kennt ihr die noch? Das sind diejenigen kleinen Büchlein, die man in der Grundschule getauscht hat, damit man im Nachhinein seine Freunde besser kennt durch Fragen wie “Welches ist dein liebstes Schulfach?”. In Freundebücher schreiben und möglichst viele Freunde in das eigene schreiben zu lassen war damals eine granz große Sache. Heute frage ich mich, warum. Schließlich wusste ich damals sehr genau, welche Lieblingsfächer meine besten Freunde hatten, oder was diese in ihrer Freizeit machten. Naja, vielleicht wollte ich alles nochmal schwarz auf weiß haben. Vielleicht. Aber ist ja auch egal, denn was ich eigentlich erzählen wollte: Auf die Frage “Was willst du später mal werden?” antwortet S.: “Tierärztin”. S. ist heute Hausfrau und Mutter. C. antwortet: “Maler”. C. ist heute Industriemechaniker. Und D. antwortet: “Millionär”. Ironie des Schicksals, dass D. seit 2 Jahren so gut wie gar nichts macht, sondern arbeitslos ist und sich von Mama und Papa aushalten lässt. Aber was nicht ist kann ja noch werden, schließlich sind wir ja alle noch verhältnismäßig jung. Und vielleicht wäre S. als Tierärztin nicht glücklich geworden. Vielleicht hat sie fünf Jahre nachdem sie in mein Freundschaftsbuch “Tierärztin” geschrieben hatte, in einem anderen Freundschaftsbuch mit “Hausfrau und Mutter” auf die Frage, was sie denn werden wolle, geantwortet. Trotzdem ist es schade, dass man heute nicht länger an seinen Träumen festhält. Oder sie zumindest viel zu schnell vergisst.
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Schlagworte: Träume


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