Kennt ihr das auch? Jeder will ein Stückchen von einem abhaben, gleichzeitig muss man Klausuren, Essays, Hausarbeiten, Bewerbungen etc. schreiben, dazu wunderbares Wetter, bei dem man sowieso eigentlich nichts anderes machen möchte als in der Sonne zu faulenzen…
Seit 2 Tagen habe ich das Gefühl, dass mir alles über den Kopf zu wachsen scheint. Nur widerwillig schreibe ich an meinen Hausarbeiten, die schon längst fertig sein könnten, aber jamaikanisches Kreolisch in “Me Dying Trial” von Patricia Powell und die Darstellung der femme fatale in Oscar Wildes “Salome” passen einfach nicht mehr in meinen Kopf! Alle Plätze besetzt, tut mir leid! Was beklage ich mich, ich bin ja selbst Schuld daran! Die Gedanken sind frei, und meine haben sich leider nicht wie erhofft an die Fersen besagter Romane geheftet, sondern an die Ilias von Homer. Das hat mich wiederum zu Joseph Campbell geführt, der als Mythenforscher alte Mythen mit zeitgenössischen literarischen Werken in Verbindung gebracht hat (sehr zu empfehlen für Interessierte: “The Power of Myth” und “Hero With A Thousand Faces” ), was mich aufmerksam gemacht hat auf Christopher Vogler und sein Buch “The Writer’s Journey”. Christopher Vogler ist Drehbuchautor und Publizist und hat u.a. schon für Fox und Paramount Drehbücher anderer Autoren anylisiert. Tja, “The Writer’s Journey” ist durch und durch ein tolles Buch, vor allem für all diejenigen, die sich als Autoren verstehen. Und jetzt, wo ich das Buch schon gelesen habe, hat sich die kleine Idee im hintersten Stübchen meines Gehirns festgesetzt, dass ich ja auch mal versuchen könnte, ein Drehbuch zu schreiben. Wie gesagt, versuchen, ist nämlich alles gar nicht so einfach. Obwohl ich wahrscheinlich genug Geschichten parat hätte. Alle schön eingesperrt in meinem Kopf, ich muss nur den richtigen Schlüssel zur richtigen Tür finden. Ja, mir ist schon klar, dass manche die Idee belächeln könnten (und mit Sicherheit auch tun), aber die mir angeborene Kreativität muss ich einfach auf irgendeine Art und Weise artikulieren, mir fehlt lediglich das richtige Medium dazu. Bis ich meiner Kreativität freien Lauf geben kann, wird es wahrscheinlich noch etwas dauern. Wie gesagt, zuerst müssen die Hausarbeiten und Bewerbungen fristgerecht eingereicht werden. Und da muss ich mich von Zeit zu Zeit ein wenig selbst motivieren, am liebsten mit John Hiatt und “Have a Little Faith in Me”:

Danke, S.!